11 Schritte

11 Arbeitsschritte sind nötig, damit aus den Baumwollblüten der fertige Stoff wird.
Genaugenommen stellt diese Darstellung aber eine Vereinfachung da, weil einzelne Schritte zusammen gefasst sind.
Geht man weiter ins Detail, sind es tatsächlich zwischen 20 und 30 einzelne Arbeitsschritte - zum Beispiel abhängig davon, wie oft der Färbevorgang wiederholt wird. Abgesehen von der Nutzung traditioneller Werkzeuge, geschehen alle diese Schritte von Hand!

1. Baumwollanbau

KhunLoei pflanzt mehrheitlich einjährige Baumwollsorten an. Es gibt aber auch mehrjährige, bei denen die Baumwollpflanze zu einem über-mannshohen Busch wird, der immer nach der Ernte zurückgeschnitten werden muss.

Die Ernte findet in den Wintermonaten statt, etwa von November bis Dezember. In diesem Zeitraum werden alle 7-10 Tage die dann reifen Samen geerntet. Dass die Fasern voll entwickelt sind, erkennt man an den vollständig trockenen und braunen Blütenblättern. 

Die Ernte sollte bei trockener Witterung und hellen Sonnenlicht geschehen, damit die Fasern schnell trocknen und ihre gute Qualität erhalten bleibt.

Bei KhunLoei werden die Baumwoll-Pflanzen ohne zusätzliche Bewässerung kultiviert.

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2. Reinigen und Trennen der Baumwolle

Nach der Ernte wird die Baumwolle gereinigt, getrocknet und nach Farbe und Qualität sortiert.

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3. Entfernen der Samen

Die Samen werden mit Hilfe des "Iew" aus den Fasern entfernt.

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4. Vorbereitung für das Spinnen

Zuerst wird die Baumwolle aufgelockert. Danach werden die Baumwoll-Fäden mit Hilfe eines Stockes zu sogenannten "Baumwollherzen" aufgerollt.

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5. Spinnen

Aus den Baumwollherzen wird nun Garn gesponnen.

Da diese Arbeit gut im Sitzen und daheim erledigt werden kann, bietet KhunLoei damit älteren Dorfbewohnerinnen einen Möglichkeit zum Zuverdienst, da die staatliche Altersvorsorge kaum der Rede ist und viele Senioren damit auf eine Erwerbsmöglichkeit angewiesen sind, falls sie nicht von der Familie ausreichend finaziell unterstützt werden können.

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6. Garne verstärken mit Klebreisstärke

Klebreisstärke sorgt für eine grössere Festigkeit während des Webens. Das Garn wird in Wasser eingeweicht, in dem das Stärkepulver aufgelöst ist. Danach muss es vollständig trocknen. Dieser Vorgang wird mehrmals wiederholt. 
Aus diesem Grund sind unsere Stoffe zu Anfang auch ein wenig hart. Zwei bis dreimaliges Waschen lässt den Stoff weich werden und das Garn seine volle Dicke erreichen.  

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7. Färben

Alle Garne werden ohne Zusatz von Chemie mit rein natürlichen Zutaten gefärbt. Viel des dazu nötigen und früher vorhanden Wissens ist in den letzten Jahrzehnten verloren gegangen. Sawäng Dapa hat es sich zum Ziel gemacht, die ganzen alten Färbetechniken wieder zu entdecken und so das traditionelle Wissen zu bewahren. 

Mehr zu den verwendeten Farben findet ihr hier.

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8. Auflockern

Nach dem Verstärken mit Klebreisstärke und allfälligen Färben, kleben die Fäden nach dem Trocknen zusammen. Vor der Weiterverarbeitung müssen sie gelockert und voneinander getrennt werden. Dies geschieht durch das Umspulen auf Haspeln.

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9. Schuss-Fäden vorbereiten

Die Fäden für den Schuss werden vorbereitet. Das sind die Fäden, die während des Webens mit dem Schiffchen durch die Kett-Fäden "geschossen" werden. 

Sie werden mit Hilfe des Spinnrads auf kleine Röllchen aufgewickelt. Die so entstandenen Spulen passen genau in die Web-Schiffchen.

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10. Kett-Fäden vorbereiten

Die Fäden für die Kette werden vorbereitet. Sie haben jeweils eine Länge von 30-35 Meter, was dann auch der Länge des fertigen Stoffstücks entspricht. Soll der Stoff ein vertikales Muster bekommen - also zum Beispiel bei einem Karomuster, wird es in diesem Schritt aus den verschiedenen Farben ausgelegt.

Dieser Arbeitsschritt wird auch "Khon Huk" genannt.

Die Fäden der Kette werden dann entsprechend dem vorbereiteten Muster am Webstuhl befestigt und der Webstuhl so für das Weben vorbereitet. 

Dieser Schritt heisst auch "Sieb huk".

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11. Weben

Das Weben mit dem manuellen Webstuhl ist harte Arbeit und daher nur wenige Stunden am Tag möglich. Eine Weberin schafft ca. 35m pro Monat, wofür 7-8 kg Baumwolle benötigt wird.

Auf den Webstühlen von KhunLoei kann eine maximale Stoffbreite von 1m gewebt werden.

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